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Malaria – Vorbeugung ist die beste Strategie

Um es gleich vorwegzunehmen: Obwohl seit über 100 Jahren danach geforscht wird, gibt es den zuverlässigen Malaria-Impfstoff bislang nicht. Es wird zwar intensiv experimentiert (vor etwa einem Jahr erbrachte beispielsweise eine klinische Studie an der Universität Tübingen sehr gute Ergebnisse, die auf einen sicheren Impfstoff hoffen lassen), doch man muss sich noch gedulden. Für Menschen, die in den betroffenen Regionen leben, wäre die Möglichkeit einer flächendeckenden Immunisierung ein Segen.


Die aufgrund der grippeartigen Symptome wie erhöhte Körpertemperatur, Kopf- und Gliederschmerzen (Krampf- und Brechanfälle können ebenfalls auftreten), auch als Wechselfieber bezeichnete Infektionskrankheit hat ihren Namen „Malaria“ aufgrund eines Irrtums erhalten. „Mala aria“ entstammt dem italienischen Sprachgebrauch und bedeutet so viel wie „böse Luft“ – man hatte wohl einst angenommen, dass die Krankheit durch schlechte Luft (aus den Dämpfen in Sumpfgebieten) übertragen wird. Dass der wahre Bösewicht die Stechmücke war, die in diesen Sümpfen lebte, erkannte man erst viel später. Doch der Irrtum hat zum Ziel geführt: In Europa trocknete man die Sümpfe mit der „bösen“ Luft aus, entzog damit unbewusst den Mücken den Lebensraum – und die gefährliche Malaria verschwand. 


In tropischen und subtropischen Gebieten dagegen hält sich die Krankheit hartnäckig: In großen Teilen Afrikas, in Mittel- und Südamerika, in Vorder- und Südostasien und in Teilen Indiens. Circa 350 bis 500 Millionen Menschen erkranken jährlich weltweit. 90 Prozent der Malariainfektionen mit Todesfolge ereignen sich in Afrika, fast drei Viertel davon bei Kindern unter fünf Jahren. Als Reiseandenken und durch Zuwanderung gelangen nur an die 1000 Malaria-Infizierte nach Deutschland.

 
Ein kleiner Pieks genügt, damit die weibliche Anopheles-Mücke das gefährliche Wechselfieber übertragen kann - am aktivsten ist sie abends und nachts. In den Speicheldrüsen und im Darm der Stechmücke leben Plasmodien, die beim Stich an den menschlichen Organismus weitergereicht werden. Im Körper angekommen, wandern die Eindringlinge zur Leber, wachsen und vermehren sich dort, bevor sie sich in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) einnisten, um sich auch hier auszubreiten. Sind die Blutkörperchen mit den Parasiten überfüllt, platzen sie förmlich. Dieser Vorgang wiederholt sich, immer wieder „liefert“ die Leber die zerstörerische Ware. Durch die Dezimierung der roten Blutkörperchen kommt es häufig zu Eisenmangel (Blutarmut, Anämie), feine Blutgefäße können infolge des Plasmodien-Befalls verstopfen – Gewebeschäden entstehen, innere Organe schwellen an. Die schwindenden Erythrozyten bedingen auch einen Sauerstoffmangel im Körper, der unbehandelt, insbesondere bei Malaria tropica, zur Zerstörung der inneren Organe und somit zum Tode führen kann.


Drei verschieden Malaria-Formen gibt es, die gefürchtetste und bei fehlender oder verspäteter Therapie tödliche ist die Malaria tropica. Ihre Verlaufsform zeigt ein charakteristisches Bild mit Fieberschüben oder Schüttelfrost in unregelmäßigen Abständen. Überbringer der Malaria tropica ist Plasmodium falciparum.
Die Malaria tertiana beginnt grippeähnlich und mit stark (um die 40 C°) erhöhter Temperatur. Es tritt zwar bald Besserung ein, doch Fieber/Schüttelfrost wiederholen sich im Durchschnitt alle zwei Tage (Wechselfieber). Die Dauer der (unter Schweißausbrüchen abklingenden) Anfälle beträgt ungefähr drei bis vier Stunden – sie werden mit der Zeit schwächer, kommen zum Stillstand – die ruhenden Erreger können aber noch Monate und Jahre für Rückfälle sorgen.
Bei der Maliaria quartana sind die Fieberschübe seltener (in circa dreitägigem Rhythmus) und auch sie kann Jahre nach der Infektion wieder aktiv werden. 


Vorbeugung ist die beste Strategie im Kampf gegen Malaria

 

  • Da die Anopheles-Mücken am Abend zur Höchstform auflaufen, sollte man sich von der Dämmerung bis zum Morgen nicht im Freien bewegen.
  • Fenster und Türen müssen geschlossen oder mit intaktem Fliegengitter zuverlässig verbarrikadiert sein.
  • Moskitonetze, rundherum gut unter die Matratze gestopft und vielleicht sogar mit einem Insektizid imprägniert oder besprüht, sorgen für einen beruhigten Schlaf.
  • In gefährdeten Gebieten auch tagsüber den Körper weitestgehend bedeckende, helle Kleidung tragen (die Moskitos mögen dunkle Farben) und freie Hautstellen mit einem geeignetem Repellent (Insektenabwehrmittel) versehen. 
  • Auch stehen chemoprophylaktische Medikamente zur Verfügung. Deren Einsatz kann mit einem reisemedizinisch gut informierten Arzt erwogen werden. 

Wichtig: Für Reisende endet der Gedanke an Malaria nicht mit der Heimkehr!


„Aus den Augen, aus dem Sinn“ – diese Einstellung ist der Grund, weshalb selbst bei uns in Deutschland Malaria-Infektionen einen dramatischen Verlauf nehmen können. Die Symptome sind der einer Grippe zum Verwechseln ähnlich und können zudem erst in großem zeitlichen Abstand zur Infizierung auftreten. 
Deshalb: Auch wenn erst Wochen nach der Heimkehr die beschriebenen Beschwerden auftreten, ist dringend ein Arzt aufzusuchen und die Reise zu erwähnen. Mithilfe eines Blutausstrichs lässt sich Malaria diagnostizieren, um dann rechtzeitig behandelt zu werden.
 

 

 

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